Geboren bin ich 1963 in Karlsruhe in Baden (Baden-Württemberg). Mein erster Zahn offenbarte einen körperlichen Makel, eine Zahnschmelzhypoplasie, die meine Kindheit und Jugendzeit entscheidend prägte. Meine ersten bewussten und persönlichen Trauer- erfahrungen sind die damit verbundenen Erlebnisse. Zu dieser frühkindlichen Trauer kamen noch weitere schmerzliche Verluste hinzu, die mich selbst immer wieder erfahren ließen, dass ich - inmitten von Trauer, Wut und Schmerz - anderer, verständnisvoller Menschen bedarf. Dass ich diese Menschen hatte und habe, macht mich glücklich und dankbar.














Diese Dankbarkeit und meine langjährige Erfahrung als Trauer- und Sterbebegleiterin motivieren mich, diese Unterstützung auch anderen Menschen zukommen zu lassen. Es ist mir dabei auch ein großes Anliegen, angesichts der Sprach- und Hilflosigkeit unserer Gesellschaft gegenüber trauernden und sterbenden Menschen, einen Beitrag zu einer neuen, zeitgemäßen und tragfähigen Trauer- und Sterbekultur zu leisten.


Schon als Kind war ich an der Heilung und Unterstützung anderer Menschen interessiert, denn mein erster Berufswunsch war Krankenschwester. Als Kranken- schwester kenne ich körperliche und seelische Nöte von Menschen mit unterschiedlichsten Leiden. Weil mir die schulmedizinischen Behandlungsmethoden aber zu kurz griffen und zu symptomorientiert waren und sind, habe ich mich auch in alternativen Heilweisen, wie schamanisches Heilen, Reiki und Releasing ausbilden lassen. Meiner Erfahrung nach ergänzen und befruchten sich die verschiedenen Heilungsansätze gegenseitig, und so wende ich diese inzwischen auch kombiniert und erweitert an. Durch meine Fort- und Weiterbildungen durfte ich an mir selbst und an anderen miterleben, welche Tragweite und Tiefe energetische und psycho-spirituelle Methoden bei der Heilung alter Wunden haben können. Besondere Bedeutung kommt für mich dabei den systemischen und dynamischen Aufstellungen und insbesondere dem sogenannten Aufstellungs- releasing zu.


Das Bedürfnis, mich mit dem katholischen und frommen Erbe aus meiner religiösen Erziehung kritisch auseinanderzusetzen, führte zum Studium der Katholischen Theologie. Ich wollte „hinter die Kulissen schauen“, mehr verstehen und hinterfragen. Vorzugs- weise beschäftigte ich mich daher mit philosophischen und religionskritischen Fragen, Frömmigkeitsgeschichte, Befreiungstheologie und Feministischer Theologie. Dabei führte mich mein Weg hin zu einer spirituellen Öffnung gegenüber anderen geistigen Anschauungen und Einsichten, insbesondere zu buddhistischen Vorstellungen.


Ebenso haben mich während des Studiums feministische, frauenspezifische und gesellschaftskritische Fragen bewegt. Mein Interesse an verloren geglaubten weib- lichen Traditionen in der deutschen und europäischen Geschichte und deren Einfluss auf unsere heutige Gesellschaft war geweckt. So finden die Kenntnisse über das weibliche Erbe in der Begleitung Trauernder und Sterbender und der Wunsch, diese für uns heute wieder nutzbar zu machen, Eingang in die Ausbildung „Seelfrau. Trauer-, Sterbe- und Seelenbegleitung“. Auch die heilenden Fähigkeiten und Kenntnisse, die ich bisher erworben habe, fließen in meine Tätigkeit als Begleiterin und Ausbilderin ein.


Als Begleiterin und Lehrende bin ich immerzu auch Lernende - und vor allem Beschenkte. Und so danke ich allen, die mich bisher unterstützt haben und allen, die mich bisher um Unterstützung gebeten haben, für ihr Vertrauen.

Andrea Martha Becker - ganz persönlich