Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie gut es ist, in Trauer und Krisen hilfreiche Menschen zur Seite zu haben, inmitten von Wut und Schmerz verständnisvoll begleitet und gehört zu werden. Dass ich solche Menschen hatte und habe, macht mich glücklich und dankbar. Diese Dankbarkeit, sowie eine Neigung zu den Themen Sterben, Tod und Trauer, haben mich Trauer- und Sterbebegleiterin werden lassen und schließlich zur Entwicklung und Durchführung einer eigenen Weiterbildung "Seelfrau" geführt.  

















Schon als junges Mädchen war ich an der Heilung und Unterstützung anderer Menschen interessiert. Dem ersten Berufswunsch folgend, an den ich mich erinnern kann, wurde ich Krankenschwester. Interessanterweise habe ich mich von Anfang an besonders zu schwerstkranken und sterbenden Menschen hingezogen gefühlt, habe gern Verstorbene gewaschen und sie für das Abschiednehmen hergerichtet. Mittlerweile bin ich auch Palliative Care Fachkraft.


Weil mir die schulmedizinischen Behandlungsmethoden in vielen Bereichen zu kurz griffen und zu symptomorientiert waren und sind, habe ich mich auch in alternativen Heilweisen, wie schamanisches Heilen, Reiki und Releasing ausbilden lassen. Durch meine Fort- und Weiterbildungen durfte ich an mir selbst und an anderen miterleben, welche Tragweite und Tiefe energetische und psycho-spirituelle Methoden bei der Heilung alter Wunden haben können. Darum kommen diese Methoden in meiner Arbeit in abgewandelter oder kombinierter Form immer wieder zum Tragen.


Das Studium der Katholischen Theologie hatte vor allem mit meinem Bedürfnis zu tun, mich mit dem katholischen und frommen Erbe meiner religiösen Erziehung kritisch auseinanderzusetzen. Ich wollte „hinter die Kulissen schauen“, mehr verstehen und hinterfragen. Vorzugsweise beschäftigte ich mich daher mit philosophischen und religionskritischen Fragen, Frömmigkeitsgeschichte, Befreiungstheologie und Feministischer Theologie. Dabei führte mich mein Weg zu einer spirituellen Öffnung gegenüber anderen geistigen Anschauungen und Einsichten, insbesondere zu buddhistischen Vorstellungen.


Ebenso haben mich während des Studiums frauenspezifische, feministische und gesellschaftskriti-    sche Fragen bewegt. Mein Interesse an verlorenge-  glaubten weiblichen Traditionen  aus deutscher und europäischer Geschichte und deren Einfluss auf unsere heutige Gesellschaft war geweckt. Meine Kenntnisse über das weibliche Erbe in der Begleitung Trauernder und Sterbender und der Wunsch, diese für uns heute wieder nutzbar zu machen, fließen in meine Ausbildung „Seelfrau. Trauer-, Sterbe- und Seelenbegleitung“ ein.


Als Begleiterin und Lehrende bin ich immerzu auch Lernende und vor allem Beschenkte. Und so danke ich allen, die mich bisher unterstützt haben und allen, die mich bisher um Unterstützung gebeten haben, für ihr Vertrauen.

Andrea Martha Becker

Andrea Martha Becker - ganz persönlich